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SPD-Stadtratsfraktion besuchte Vortragsabend zum Weltkulturerbe Bad Ems

"Bad Ems und die Great Spas of Europe - ein Weltkulturerbe?" war das Motto eines hochinteressanten Vortragsabends, der vergangenen Mittwoch im Marmorsaal stattfand und an der auch Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion teilnahmen. Gemeinsame Ausrichter der Veranstaltung im Marmorsaal waren der Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege e.V. und die Stadt Bad Ems.

Das 19. Jahrhundert war die große Zeit der europäischen Badekultur. Zahllose Kurorte entstanden, einige wenige entwickelten sich zu Weltbädern. Was aber ist oder war ein Weltbad? Was machte die europäische Badekultur aus? Verdanken wir ihr Baudenkmäler und kulturgeschichtliche Leistungen, die es wert sind, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden? Diese und andere Fragen griff Dr. Hans-Jürgen Sarholz, Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins Bad Ems und gleichzeitig Stadtarchivar, in seinem Vortrag auf. Bad Ems bewirbt sich bekanntlich zusammen mit 15 weiteren europäischen Kurorten um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Neben dem Kaiserbad Bad Ems bewerben sich aus Deutschland Bad Homburg, Bad Kissingen, Bad Pyrmont, Baden-Baden und Wiesbaden unter dem Zusammenschluss „Great Spas of Europe“ um die begehrte UNESCO-Bezeichnung. Ferner bewerben sich Bad Ischl und Baden aus Österreich, Bath (England), Montecatini Terme (Italien), Spa (Belgien), Vichy (Frankreich) sowie aus Tschechien Bad Luhatschowitz, Franzensbad, Karlsbad und Marienbad. Diese Traditionsbäder repräsentieren alle die einzigartige Badekultur des 19.Jahrhunderts in Europa.

Dr. Sarholz, mit der fachlichen Seite der Bewerbung betraut, zeigte in seinem Vortrag sehr anschaulich auf, was es historisch mit den großen Kurorten Europas auf sich hat und wie diese sich selbst und ihren Beitrag zum Welterbe verstehen.

Eine Voraussetzung für den Welterbestatus ist die Aufnahme in die nationale Vorschlagsliste für die UNESCO (Tentativliste). In dieser Liste finden sich auch andere Kandidaten für den Titel, so zum Bespiel die Hamburger Speicherstadt oder die Heidelberger Altstadt. Ob alle Kurstädte tatsächlich den Titel bekommen oder nur eine kleine Auswahl von Städten ist zurzeit noch nicht sicher. Die Chancen für das Kaiserbad Bad Ems sind aber gut. Schließlich war Bad Ems über Jahrzehnte Treffpunkt von Fürstenhäusern, Politikern und Künstlern aus allen Bereichen und dazu mit klangvollen Namen. Die vorhandene geschlossene Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert ist daneben ein weiteres Pfund, mit dem Bad Ems punkten kann.

Nach Ansicht der SPD wäre der Welterbe-Titel für die Stadt nicht nur eine zusätzliche Werbung, sondern dürfte mittelfristig auch dafür sorgen, dass zusätzlich Fördermittel in erheblicher Größenordnung in die Stadt kommen. Diese Mittel werden gebraucht, um die imposante Kulisse der Stadt zu erhalten und öffentliche und private Investoren bei ihren Bemühungen auch finanziell zu unterstützen.

Natürlich gibt es in der Stadt zum Teil auch Vorbehalte. Nach den Erfahrungen z.B. mit Betrieb der Koblenzer Seilbahn im Weltkulturerbe Mittelrhein, gibt es Bedenken, ob nicht auch in Bad Ems mit Einschränkungen zu rechnen ist. Da wir in Bad Ems einen sehr kompakten und begrenzten Kernbereich für das Welterbe besitzen, ist aber kaum mit größeren Einschränkungen zu rechnen. Der vorgesehene Bereich unterliegt bereits heute den Einschränkungen des Denkmalschutzes. Mithin dürften sich hier keine weiteren Probleme für Hausbesitzer und Investoren ergeben. Im Ergebnis dürften die positiven Auswirkungen deutlich überwiegen.

Die SPD-Stadtratsfraktion steht daher geschlossen hinter der Idee der Gruppe "Great Spas of Europe" und unterstützt ausdrücklich die Pläne von Stadtbürgermeister Berny Abt und Dr. Hans-Jürgen Sarholz, das historische Kurviertel von Bad Ems zum Weltkulturerbe erklären zu lassen.



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