Mach mit: Hier findest Du Gleichgesinnte

 

 


 

Folgen Sie uns auf Facebook:

 Besuchen Sie uns bei Facebook

.

5. Emser Gespräche

„Weniger - älter - bunter - Das Miteinander der Generationen im demografischen Wandel“ war das Thema der 5. Emser Gespräche, zu dem die Bad Emser Sozialdemokraten ins Gasthaus Alt Ems einluden.

Das Thema wurde bewusst gewählt. Denn zum einen steht der demografische Wandel ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat im April 20135. Emser Gespräche mit Günter Kern, Ursula Mogg, Frank Puchtler zum ersten Mal ein Demografie-Kabinett einberufen, um den besonderen Stellenwert der Demografiepolitik zu unterstreichen. Zum anderen wird der SPD-Ortsverein Bad Ems zum ersten Mal Fragen des demografischen Wandels in die kommunalpolitischen Planungen - insbesondere in das Wahlprogramm zur Stadtratswahl 2014 - einfließen lassen.

Bei den Herausforderungen des demografischen Wandels geht es um Ideen und Kreativität. Dies machte bereits zu Beginn der Veranstaltung der SPD-Landtagsabgeordnete und Landratskandidat Frank Puchtler deutlich. Puchtler, der die Moderation des Abends übernommen hatte, sprach davon, im demografischen Wandel nicht nur Probleme, sondern auch Chancen zu sehen. „Wir müssen den Wandel gestalten im positiven Sinn und attraktive Lebensbedingungen schaffen für alle Generationen“, so der SPD-Landratskandidat weiter. Insbesondere seien, so Frank Puchtler, eine bessere Vernetzung sowie Kooperationen erforderlich, um den demografischen Wandel zu meistern.

Als Hauptredner der 5. Emser Gespräche hatte die Bad Emser SPD Staatssekretär Günter Kern eingeladen. Kern, bis Ende Januar Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, konnte aus seiner profunden Kenntnis der Region wichtige Anregungen für die konkrete Debatte geben. Günter Kern hatte die zur Thematik passenden Zahlen und Fakten parat: Rheinland-Pfalz hatte 1996 4 Mio. Einwohner, mittlerweile leben nur noch 3,8 Mio. Menschen in Rheinland-Pfalz. Bereits seit 1972 sei das natürliche Saldo in unserem Bundesland negativ, das heißt es gibt mehr Sterbefälle als Geburten. Auch bezogen auf Bad Ems hatte Günter Kern wichtige Daten zur Hand: In der Stadt Bad Ems lebten 1992 noch 10.325 Menschen, heute hat die Stadt etwas weniger als 9.000 Einwohner. Die Bevölkerungszahl der Verbandsgemeinde Bad Ems wird von heute 16.000 auf unter 15.000 im Jahr 2030 sinken. 1/3 aller Einwohner werden älter als 65 Jahre alt sein, so Günter Kern. Und er fügte hinzu: „Im Bewusstsein dieser Zahlen muss sich unser Handeln ausrichten“. Konkret nannte er hier die Bereiche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Schulentwicklung und Kindertagesstätten. Im Land Rheinland-Pfalz werde, so der Staatssekretär weiter, das Thema des demografischen Wandels ressortübergreifend angegangen. Als Stichworte nannte er die ÖPNV-Verbünde sowie die Programme "Wohnen im Alter" und "Dorferneuerung / Unsere Stadt hat Zukunft". Auf diesen letzten Punkt ging Kern besonders intensiv ein. So seien die Mittel im Bereich des Städtebaus ganz bewusst erhöht worden, um die Städte und Gemeinden entsprechend zu unterstützen. Auch Privatmaßnahmen könnten dadurch gefördert werden.

Bezogen auf die Situation in der Stadt Bad Ems gab Stadtbürgermeister Berny Abt einen Ausblick auf die Zukunft: „Bad Ems muss auf seine Stärken bauen: Gesundheit, Kultur und Sport“, so Abt. Ganz bewusst 5. Emser Gespräche mit Berny Abt, Frank Puchtler, Ursula Mogg, Günter Kern, Carsten Wernermüsse man Menschen aus anderen Städten anlocken und mit der Schönheit unserer Landschaft und der vorhandenen Infrastruktur werben, auch wenn man sich nicht  den Illusionen hingeben darf, dass junge Berufstätige, die in Frankfurt oder Köln arbeiten, nun in Scharen an die Lahn ziehen werden. „Wir haben bereits vieles bewegt, Großes und Kleines, mit Hilfe von Land und Kreis“, so Berny Abt. Der Stadtbürgermeister griff das bereits diskutierte Stichwort „Miteinander der Generationen“ auf und nannte als ganz konkretes Beispiel den gelungenen Übergang der Ausrichtung des Waldfestes vom Gesangsverein Glück Auf zur Musikgruppe Gugge 'mer ma. „Die Älteren haben den Jungen gezeigt, wie man ein Waldfest organisiert, die Jüngeren haben neuen Schwung reingebracht und Jung und Alt haben voneinander profitiert“, so das Fazit des Bad Emser Stadtbürgermeisters.

In der anschließenden offenen Diskussion wurden mehrere gute Anregungen gemacht, die die Bad Emser SPD gerne für Ihre kommende Arbeit aufgreifen wird. Unter anderem wurde vorgeschlagen, Hauseigentümer in der Römerstraße ganz gezielt anzusprechen und auf Fördermöglichkeiten bei Altbausanierungen aufmerksam zu machen. Als weitere Idee wurde in der Diskussion genannt, dass in Bad Emser Betrieben frühere Mitarbeiter als ehrenamtliche Ausbildungspaten anfangen könnten, um die Situation von Ausbildenden allgemein zu verbessern, diese zu qualifizieren und so die Abbrecherquote zu verringern.

Mit den passenden Schlussworten der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Ursula Mogg endete die gelungene Veranstaltung. „Gesellschaft und Miteinander müssen sich so weiterentwickeln, dass sich Alt und Jung darin wiederfinden und die Chance haben, etwas zu machen“, so Ursula Mogg. Und die Bad Emser SPD-Vorsitzende ergänzte: „Wir müssen als Gesellschaft sehen und auch akzeptieren, dass wir uns verändern. Und daran müssen wir gemeinsam arbeiten“.    

 



.